Prolog
Der aufmerksame Leser wird wahrscheinlich schnell bemerkt haben, dass der Titel meiner Seite ein Wortdreher ist, und nichts mit Handwerk oder Erfolgscoaching oder Ähnlichem zu tun hat, und ich wills auch gar nicht spannend machen: "Köpfe mit Nägeln" ist ganz einfach mein öffentliches Tagebuch ab 2026. Ich mag den Titel, weil er ziemlich schräg ist und etwas Unberechenbares ausstrahlt.
Warum ein öffentliches Tagebuch? Weil ich die meiste Zeit alleine bin, was ich nicht als Schicksal empfinde, weil es selbstgewählt ist. Aber wenn man tagelang alleine am PC arbeitet, braucht man auch ein Ventil nach draußen, um sich nicht im eigenen Saft aufzulösen, und da ist Schreiben eine bewährte Maßnahme.
Keine Freunde? Schon, aber die kann ich an einer Hand abzählen. Warum? Ich sags mal grob: weil ich vor einiger Zeit beschlossen habe, alle Menschen aus meinem Leben zu entfernen, deren Aufrichtigkeit verhandelbar ist, je nachdem was ihnen gerade nützlich erscheint. Das hat mich von ein paar schlechten Freunden befreit, aber leider auch von meiner gesamten Verwandschaft. Man sagt gerne "Blut ist dicker als Wasser", aber "dickes Blut" kann auch rein familiär die Basis für großes Unrecht sein.
OK, kaum Freunde, keine Verwandschaft mehr, aber was ist mit einem Bekanntenkreis? Mit Leuten, die man mal gelegentlich trifft? Mit denen man ein Hobby teilt, aus dem dann vielleicht neue Freundschaften entstehen? OK, gerne, aber ich kann halt nicht Smalltalk. Unmöglich. Zwei drei Sätze, aus Höflichkeit, mehr geht nicht. Labern ist für mich vergeudete Zeit, und Zeit wird leider immer wertvoller, wenn man älter wird.
Natürlich labern nicht alle Leute die man trifft, ich bin ja viel unterwegs, und es ergeben sich zB in Cafes immer wieder Begegnungen mit einem vordergründig interessanten Zeitgenossen oder einer Zeitgenossin, wenn man sich zB einen Tisch teilt, und so ins Gespräch kommt, und sich auch mal richtig "verratscht", wie wir es in Süddeutschland nennen, wenn man das Gespräch genießt und viel länger bleibt, als man vorhatte. Aber ich gehe auf die 70 zu, und da muß es schon ein sehr konkreter Anknüpfungspunkt sein, damit man 1. die Nummern tauscht und 2. sich dann auch tatsächlich wieder trifft. Also sehr selten. Das ist leider ein Preis des Altwerdens.
Aber auch wenn man sich tatsächlich ein wenig anfreundet und wieder trifft, ist das bei mir nicht so einfach. Denn irgendwann kommt die Frage "was machst du beruflich" bzw "was ist dein Lebensfokus". Und wenn ich dann beschreibe, dass ich als Fotograf seit 20 Jahren Mädchen fotografiere, dann ist meist Schluss mit lustig beim Zuhörer.
Es ist eigentlich egal, ob Männlein oder Weiblein als Gegenüber: sobald ich preisgebe, womit ich meinen Lebensunterhalt bestreite, sind die meisten weg. Nicht gleich, im ersten Moment sind sie natürlich noch alle höflich, und spielen Verständnis und Empathie. Aber weil "alter Mann fotografiert Mädchen mit wenig an" anscheinend in unserer heutigen MeToo Kultur das Böseste ist, was man sich vorstellen kann, schalten die Leute innerlich ab, versuchen, das Gespräch elegant zu beenden, und du kannst froh sein, wenn sie dich nicht anzeigen.
Aber warum? Ich tue niemandem weh. Ich greife nirgendwo über. Ich bin einfach ein Fan von Schönheit. Und schöne Mädchen zwischen 14 und 20 inspirieren schon seit jeher Maler, Schriftstelle, Poeten, Fimemacher, und eben Fotografen. ich bin da einer von Unzähligen.
Ich biete Newcomermodellen Fotoshootings an, in denen sie sich austoben können, sicher, geschützt und respektiert. Sie lieben die natürlichen Bilder von sich, schicken mir Emails oder auch Weihnachtskarten, in denen sie beschreiben, wie sehr sie sich seit dem Shooting entwickelt haben, sich selber mehr mögen, selbstbewusster werden. Das ist so toll. Aber in den Augen der Öffentlichkeit bin ich schmutzig. Weil ich Mädchen fotografiere. Und das darf man nicht. Aha. Wo liegt da in Wirklichkeit das Problem...? Frag ich mal, einfach so.
Die User, die meine Bilder besuchen und lieben, sind zu einem großen Teil Hobbyfotografen, und insgesamt einfach fotoaffine Menschen. Ich bekam mal eine Email aus Montreal/Kanada, von einem Kunstprofessor, der aus Wien stammt, und mir erzählt, dass er, seit er meine Seite entdeckt hat, einmal im Monat mit seinen Studenten und Studentinnen meine Bilder diskutiert.
Die aktuelle Lage ist wirklich besäufnisrerregend!
Ich bin Ende 60, vom Leben ziemlich durchgefickt, aber ungebrochen optimistisch und neugierig auf das, was noch kommt. Ich halte mich fit mit Touren zuFuß oder mit dem MTB (ohne Elektro), bekoche mich täglich